St. Mauritius und Gefährten

Urkunden aus den Jahren 913 und 1048 besagen, dass das Gebiet der jetzigen Pfarrei Niederfischbach damals zu Haiger gehörte. Wann Niederfischbach Pfarrei wurde, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Man kann jedoch davon ausgehen, dass es schon im 12. oder 13. Jahrhundert selbstständige Pfarrei wurde. In dieser Zeit muss auch die erste Pfarrkirche gebaut worden sein. Zeuge dafür ist der Turm der jetzigen evangelischen Kirche, dessen Baustil auf das 11. oder 12. Jahrhundert hinweist, sowie eine im Pfarrarchiv aufbewahrte Zeichnung.

Nach der Reformation konnten die Landesherren die Religion ihrer Untertanen bestimmen. So wurde Niederfischbach im Jahre 1560 evangelisch und im Jahre 1626 wieder katholisch. Im Jahre 1652 kam zwischen dem Erzbischof von Trier und der evangelischen Landgräfin Johanetta von Sayn ein Vergleich zustande, nach dem die Katholischen und die Evangelischen die Kirche Niederfischbach gemeinsam benutzen sollten. Damit war das Simultaneum herbeigeführt, das 246 Jahre dauerte. Die Bevölkerung in Niederfischbach nahm im 19. Jahrhundert bedeutend zu. Die bisherige Simultankirche konnte die Anzahl der Katholiken nicht mehr fassen. Nach langen Verhandlungen wurde das Simultaneum gelöst, und im März 1897 konnte mit dem Bau einer neuen katholischen Kirche begonnen werden. Mit großem Eifer beteiligten sich Pfarrangehörige bei vielen Arbeiten, sodass schon am 13.11.1898 der „Siegerländer Dom“ eingeweiht werden konnte. Die Kirche wurde, wie die erste Kirche Niederfischbachs, dem heiligen Mauritius und seinen Gefährten geweiht.